Abenteuer pur – dunkle Tunnel und atemraubende Steilklippen

Die heutige Wanderung durch dunkle Tunnel und entlang der Steilklippen der Südwestküste von Teneriffa mutet tatsächlich wie ein kleines Abenteuer an. Eine Tour, die gewiss nicht für jedermann geeignet ist. Landschaftlich ist die Wanderung durch den Barranco de Santiago und den Barranco Seco reizvoll. Doch nicht nur auf dem schmalen Steilklippenweg bietet sie einige Herausforderungen. Wer nicht absolut schwindelfrei und trittsicher ist, der sollte zumindest vom letzten Teil der Wanderung Abstand nehmen. Doch verzichten auf das Tunnelabendteuer muss keiner, denn ich werde auch heute wieder gute und sichere Alternativwege vorstellen.

1. Tunnel Tour – Wasser aus Galerias

Die Wanderung führt durch zwei Tunnel bzw. Galerias. Doch was ist eine Galeria? Da es auf Teneriffa kaum eigenes Grundwasser und keine natürlichen Seen gibt, ist das Wasser auf der Vulkaninsel ein kostbares Gut. Es wird dringend für die Versorgung der Bevölkerung und für die Landwirtschaft benötigt. Um Wasser aus den Bergen zu gewinnen, entstanden zu Beginn des 19. Jahrhunderts auf Teneriffa die sogenannten Galerias. Die erste 1840 in der Nähe von Orotava. Galerias sind Trinkwasserstollen, in denen Trinkwasser in Stollenanlagen gesammelt und gespeichert wird.

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Das gewonnene Wasser wird in Kanälen und Rohren über die ganze Insel verteilt. Auf Teneriffa bedeutet das ein System mit über 4000 Kilometer Länge. Es gibt mehr als 1000 Bohrschächte, die über 1600 km lang sein sollen. Und auch heute wird noch ein großer Teil des Trinkwassers aus den Galerias für die Versorgung der Insel gewonnen. Daneben gibt es über 500 Brunnen und Wasserstaubecken sowie unzählige private Stauwehre. Die Galerias wurden an Stellen, an denen Wasservorkommen vermutet wurden, horizontal in den Berg getrieben, um an die Wasserkammern zu kommen. Diese Stollen befinden sich auch heute noch in privaten Händen von Aktionären.

2. Wandern durch dunkle Tunnel

Im Tunnel zwischen Tamaimo und dem Barranco Seco liegen alte Schienen.Teilweise können die Galerias heute noch begangen werden. Da es im Norden mehr regnet und daher auch mehr Wasser im Erdreich ist, liegen viele Galerias in diesem Gebiet. Doch wer die Tunnel auf eigene Faust begehen möchte, sollte äußerste Vorsicht walten lassen. In der Vergangenheit war oft darüber zu lesen, dass sich Menschen in den Stollen verirrt oder durch herabfallende Felsen verletzt hätten.

Daraufhin wurden viele Stolleneingänge mit Toren versehen, um Unbefugte vom Betreten der Tunnel abzuhalten. Doch nicht alle Tunnel sind verschlossen und einige von ihnen sind weiterhin begehbar. Dennoch ist größte Vorsicht geboten. Wenn du also einen Tunnel durchqueren möchtest, kann ich dir nur raten, dich vorher sehr gut zu informieren, ob die Durchquerung erlaubt und ungefährlich ist.

Die hier vorgestellte Wandertour war von Tamaimo aus in alten Ausgaben des Rother Wanderführers zu finden. Dann wurde sie gestrichen. Nun ist sie jedoch in den letzten Ausgaben des Wanderführers wieder  abgedruckt. Die Rundwanderung führt durch zwei Tunnel. Beide Tunnel sind ungefähr 1200 Meter lang. Da sie keine Seitengänge haben, ist ein Verirren hier nicht möglich. Und beide Tunnel sind gut durchlüftet, so dass auf den ersten Blick jedenfalls keine Gefahr erkennbar ist. Das könnte auch der Grund sein, dass beide Tunnel weiterhin von beiden Seiten geöffnet sind und täglich von Wanderern frequentiert werden.

 3. Allgemeine Informationen

Der Track zum doppelten Tunnel Trip.

3.1 Ausgangspunkt: Los Gigantes

Anfahrt mit dem Wagen: parken an der Straße in Los Gigantes oder im benachbarten Ortsteil Puerto de Santiago. Falls kein Parkplatz am Straßenrand zu finden sein sollte, gibt es auch ein Parkhaus in Puerto de Santiago, Calle de Hondura oder kostenpflichtige Parkplätze im Hafen von Los Gigantes

Anfahrt mit dem Bus: Buslinie Titsa 325 (Puerto de la Cruz-Los Gigantes), Linien 462, 493, 494 (Guía de Isora – Los Gigantes), Linien 473, 477 (Los Christianos-Los Gigantes); die Linie 477 fährt direkt und ist somit schneller

Hoehenprofil: Doppelter Tunneltrip - Weg von Los Gigantes durch den Tunnel in den Barranco Seco und durch den zweiten Tunnel zurück über die Steilklippen nach Los Gigantes

Streckenlänge: ca. 10 Kilometer

Wanderzeit: ca. 4 Stunden

Höhenunterschied: 480 Meter im An- und Abstieg

Anforderung: Für den Abschnitt an der Steilküste ist absolute Schwindelfreiheit und Trittsicherheit Voraussetzung. Auch sollte dieser Streckenabschnitt nur bei gutem Wetter begangen werden (nicht bei Nässe oder Sturm). Zudem gibt es hinter dem ersten Tunnel für kurze Zeit etwas unvorhersehbare „wilde“ Wege, die nicht ganz einfach zu finden sind. Die restliche Tour ist zumeist bequem auf guten bis schmalen Wanderwegen zu gehen. In den Tunneln kann es – insbesondere wenn an dem Tag viele Menschen dort gewandert sind – staubig sein.

Einkehr: Restaurants und Bars in Los Gigantes oder mit einem kleinen Abstecher in Tamaimo

Ausrüstung: Für die Tunneldurchquerung ist eine gute Taschenlampe oder Stirnlampe unbedingt notwendig. Offiziell ist auch ein Kopfschutz (Helm) zu tragen.

Warntafeln weisen auf die Gefahren des Weges über die Steilküste hin.

Warnung: Offiziell ist der Weg entlang der Steilküste im Moment gesperrt, da es dort vermehrt zu Erdrutschen und Steinschlägen gekommen ist. Auch ist am zweiten Tunnel vor der Steilküste ein Schild angebracht, dass das Betreten des Tunnels gefährlich sein könnte.

3.2 Alternativ Wanderungen:

3.2.1 Die Tour kann auch in Tamaimo begonnen/beendet werden. Sie führt durch den Tunnel und über Los Gigantes zurück (siehe auch Wanderführer Rother).

  • Höhenunterschied: 650 im Auf- und Abstieg
  • Wanderzeit: 5 Stunden
  • Ausgangspunkt: Tamaimo Hauptstraße oder Kirche
  • Anfahrt mit dem Auto: Hauptstraße TF 454, Carretera Puerto, genügend Parkplätze am Straßenrand in Tamaimo vorhanden
  • Anfahrt mit dem Bus: Titsa Buslinien 325 (Puerto de la Cruz-Los Gigantes), 460 (Icod de los Vinos-Costa Adeje), 462 (Guía de Isora-Los Gigantes
  • Ansonsten genau wie Tour 3.1.

3.2.2 Wer gerne einen Tunnel durchqueren, jedoch die ausgesetzte Steilküste vermeiden möchte, der kann der Wanderung bis nach dem ersten Tunnel in den Barranco Seco folgen. Danach gibt es die Möglichkeit, entweder

3.2.2.1 auf dem gleichen Weg zurück durch den Tunnel zu gehen (zurück nach Los Gigantes oder kürzer nach Tamaimo).

  • Wanderzeit insgesamt : ca. 4,5 Stunden (ca. 2,5  Stunden)
  • Streckenlänge insgesamt: ca. 12 Kilometer (ca. 5 Kilometer)
  • Höhenunterschied: 480 Meter im An- und Abstieg (ca. 150 Meter)

Track der Tour von Tamaimo in den Barranco Seco und zurück nach Tamaimo durch den Tunnel.

3.2.2.2 Alternativ gibt es einen Weg den Barranco Seco hinauf und über den Sattel zurück nach Tamaimo (in beiden Richtungen als Rundwanderung möglich).

  • Wanderzeit: ca. 4,5  Stunden
  • Streckenlänge: ca. 7,5 Kilometer
  • Höhenunterschied: ca. 480 Höhenmeter im Ab- und Anstieg

 

Hoehenprofil: Weg von Tamaimo über den Berggrat in den Barranco Seco und zurück durch den Tunnel

3.2.2.3 Wer eine doppelte Tunneltour ohne Steilklippen wünscht, der kann durch einen weiteren oberhalb im Barranco Seco gelegenen Tunnel zurückgehen. Die Zeiten unten sind von einer Wanderung ab Los Gigantes berechnet. Von Tamaimo aus sind sie entsprechend kürzer.

Track der Wanderung von Los Gigantes über Tamaimo in den Barranco Seco und zurück über den oberen Tunnel. Blick vom Osten.
  • Wanderzeit: ca. 5,5 Stunden
  • Streckenlänge: ca. 14 Kilometer
  • Höhenunterschied: 950
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Anmerkung zu den Tour Zeiten: Bitte die Zeiten nur als Richtwert nehmen. Ich bin die Strecke mehrmals gegangen. Es kommt natürlich auf die Wetterverhältnisse und die Kondition der Mitwanderer sowie auf die Tagesform an. Nicht zuletzt bedingt durch Pausen ist keine Tour Zeit exakt wie die andere. Daher bitte alle Angaben und Zeiten wirklich nur als grobe Richtwerte betrachten.

4. Vorbemerkung Tunnel und Steilklippentour

Der Eingang/Ausgang vom Tunnel durch den Barranco Seco in die Steilküste. Hier Tür auf der Steilküstenseite.Als diese aufregende schöne Wandertour noch ohne Einschränkungen möglich war, habe ich sie sehr häufig und wirklich sehr gerne gemacht. Denn die Wanderung bietet neben ein wenig Nervenkitzel in dunklen Tunnelgewölben auch fantastische Ausblicke von den gigantischen Felsen des Teno Gebirges. Du überblickst den Atlantik bis zu den Nachbarinseln und siehst zugleich die gewaltige Steilküste der Acantilados von Los Gigantes aus einem völlig neuen Blickwinkel. Die Nutzung der Tunnel macht die Strecke nicht nur ungewöhnlich und abenteuerlich, sondern ermöglicht auch eine Art „Shortcut“ zwischen dem Barranco de Santiago und dem Barranco Seco.

Es gibt, soweit ich weiß, drei begehbare Tunnel zwischen dem Barranco Seco und dem Barranco de Santiago. Der wohl am häufigsten begangene Tunnel ist der Tunnel, der unterhalb von Tamaimo unmittelbar am Camino Real TF-65 liegt (ca. 480 Höhenmeter). Ihn bezeichne ich im Folgenden als Tunnel 1. Tunnel 2 bezeichne ich den Tunnel, der vom Barranco Seco unmittelbar auf den Steilküstenweg in die Acantilados führt (ca. 220 Höhenmeter). Tunnel 3 ist ein Tunnel im oberen Teil des Barranco Seco, der unterhalb von Tamaimo und ein wenig oberhalb des Camino Real beginnt/endet (580 Höhenmeter).

5. Wanderung Los Gigantes – Tunnel 1 – Tunnel 2 – Los Gigantes

5.1 Wanderstrecke Los Gigantes – Tunneleingang 1

Der Ort Los Gigantes mit Hafen vom Endpunkt der Wanderstrecke aufgenommen.Die Wanderung startet an der Bushaltestelle oder an jedem beliebigen Ort in Los Gigantes, an dem du deinen Wagen geparkt hast. Es gibt drei Fußwege heraus aus Los Gigantes. Du musst dich nur bergauf Orts auswärts halten. An einigen Stellen stehen auch Schilder „Salida“ (Ausgang). Alle drei Fußwege (zwei an der Straße, einer an einem Hang) führen zur Hauptstraße, Carretera General Puerto de Santiago, TF 454. Dieser folgst du geradeaus bergauf durch eine lange Serpentine. Danach kommst du am Mirador Archipenque vorbei. Von dort hast du eine erste herrliche Aussicht auf die Felsen und die gesamte Steilküste von Los Gigantes.

Auf dem Wanderweg TF-65 - Camino RealDu folgst weiter der Straße um eine Kurve und triffst nach ca. 50 Metern auf der linken Seite auf den Wanderweg PR-TF 65 (weißgelb mit Informationstafel gekennzeichnet) nach Santiago del Teide. Es geht eine kleine asphaltierte Straße steil bergauf und dann noch einige Minuten weiter an einigen Häusern und Bananenplantagen vorbei. Dann beginnt der eigentliche Wanderweg (Camino Real).  Dieser führt durch die Bananenplantagen und an einer Finca sowie einem Wasserreservoir vorbei nach Tamaimo. Der Weg bergaufwärts ist gut ausgeschildert. Nach einer knappen Stunden und vier Kilometer Wanderung zweigt auf der linken Seite der Rundwanderweg TF-65.2 ab. Du gehst jedoch noch einige hundert Meter geradeaus weiter und siehst dann auf der linken Seite zwei weiße Baracken, zu denen ein kleiner Weg hinüberführt. Genau zwischen diesen beiden Baracken befindet sich der erste Tunneleingang. Dein Tunnelabenteuer kann beginnen.

5.2 Tunnel 1 zwischen dem Barranco de Santiago und dem Barranco Seco

Der Eingang in den ersten Tunnel im Barranco SantiagoDer erste Tunnel weist eine Länge von ungefähr 1,2 Kilometer auf. Bereits nach einigen Metern ist es in dem staubigen Gang sehr dunkel. Ohne Taschenlampe wirst du nicht viel sehen. Komfortabler, da besser ausgeleuchtet, lässt es sich der Tunnel mit einer Stirnlampe begehen. Die Durchquerung dauert ungefähr 15-20 Minuten. Am Boden siehst du nach einiger Zeit alte Gleise, die für Loren verlegt worden sind. Mit diesen Loren wurden in der Vergangenheit der Schutt und das Felsmaterial, das beim Bau der Galerias entstand, aus dem Tunnel gebracht. Pass gut auf, dass du deinen Kopf nicht an den scharfen Felsen stößt. An den meisten Stellen ist dieser Tunnel jedoch hoch genug, dass auch ein größerer Mann aufrecht darin gehen kann.

Der Weg durch den Tunnel führt dich leicht abwärts. Schnell kannst du auch das Licht vom Eingang nicht mehr sehen. Nach ungefähr der Hälfte des Weges senkt sich der Weg ein wenig stärker ab. Nach dreiviertel des Weges hören die Gleise plötzlich auf. Dadurch lässt es sich ein wenig einfacher auf dem glatten Fels- und Erdboden durch die Dunkelheit gehen. Erst relativ spät, wenn es aus der Tunnelsenke wieder bergauf geht, wirst du einen kleinen Punkt Tageslicht am Ende des Tunnels erblicken. Ein wunderschönes Gefühl, wenn es danach mit jedem Schritt ein wenig heller im dunklen Tunnel wird. Und dann geht alles ganz schnell. Plötzlich stehst du auf einer kleinen Aussichtsplattform über dem Barranco Seco wieder im Tageslicht. Vor dir liegt das gewaltige Massiv des Risco Blanco und unten dir erstreckt sich der Barranco Seco.

5.3 Wanderstrecke Tunnel 1 bis zum Tunnel 2

Ruinenhäuser im Barranco Seco, die im Zusammenhang mit der Galeria erbaut und genutzt wurden.Von der kleinen Plattform aus, lässt sich der weitere Weg nicht auf den ersten Blick finden. Doch bei genauem Hinsehen, kannst du links am Hang einen kleinen undeutlichen Pfad ausmachen. Auf diesem teilweise zugewachsenen Pfad geht es nun unmittelbar am Abhang ungefähr 50 Meter bergab in Richtung Barranco Grund. Zur Orientierung dienen die kleinen Steinmännchen. In Richtung Westen und bergab gibt es einige Möglichkeiten wieder auf den Hauptweg, der durch den Barranco Seco führt, zu gelangen. Du triffst nach kurzer Zeit beim Abstieg auf den Wanderweg, der von El Molledo an den Strand des Barranco Seco herunterführt. Der Weg bringt dich in weiten Serpentinen weiter abwärts.

Wasserkanal im Barranco Seco.Kurze Zeit später siehst du bereits Ruinen und den Wasserkanal der Galeria de la Junquera. Im Sommer ist im Grund des Barrancos manchmal nur ein kleines Rinnsal anzutreffen, während es im Winter auch schon mal leichte Schwierigkeiten wegen des strömenden Wassers bei der Überquerung des Barrancos geben kann. Du folgst dem Wanderweg, der dich an den alten Ruinen vorbeiführt, auf der rechten Seite der Schlucht bergabwärts.

Nach einiger Zeit verläuft der Weg quer durch das Bett des Barrancos wieder von der rechten auf die linke Seite der Schlucht zurück. Nach weiteren ca. 20 bis 30 Minuten triffst du auf der linken Seite auf einen abgedeckten Wasserkanal. Diesem folgst du nach links an den Rand der Schlucht. Der Hauptpfad geht weiter zum Strand des Barrancos rechts herunter. Du hältst dich an der Felswand und dem Wasserkanal und erreichst nach kurzer Zeit den zweiten Tunnel.

5.4 Weg vom zweiten Tunnel zur Barranco Rinne

Blick auf den Weg über die SteilküsteIm Gegensatz zum ersten Tunnel siehst du in diesem Tunnel von Anfang an das Licht am Ende des Tunnels. Doch auch hier ist eine Taschenlampe erforderlich.  Auf der linken Seite verläuft ein Wasserkanal. Nach ca. 1200 Metern und knapp einer Viertelstunde Wanderung trittst du wieder ans Tageslicht. Du befindest dich ungefähr 220 Meter über dem Atlantik unmittelbar in der Steilwand der Acantilados de los Gigantes.

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Hier beginnt der anspruchsvollste Teil dieser Wanderung. Als ich das erste Mal auf dieser Seite aus dem Tunnel trat, war ich von der großartigen Aussicht, die sich hier oben aus den Felsen über die gesamte Steilküste und den Atlantik bietet, vollkommen überwältigt. Doch so schön die Aussicht ist, hier gilt es aufzupassen und sich auf den Weg zu konzentrieren. Ein kleiner Pfad verläuft zunächst unmittelbar abwärts auf die rechte Talseite. Dort ist eine kleine Felsnase, die mit Steinmännchen markiert ist, zu überqueren. Der Verlauf des Weges lässt sich auch weiterhin häufig nur durch diese Steinmännchen bestimmen. Er ist nicht immer leicht zu erkennen.

5.5  Weg von der Barranco Rinne bis Los Gigantes

Los Gigantes aus der Höhe vom Steilküstenweg.Durch die Rinne des Barrancos führt dich der Weg auf die andere Teilseite. Von dort verläuft die Route auf einem sehr schmalen Weg, der häufig ausgewaschen und von Felsen und Steinen verschüttet ist, unmittelbar am Steilhang entlang. Nach einiger Zeit siehst du Los Gigantes bereits vor dir. Der Weg ist ausgesetzt, so dass hier absolute Schwindelfreiheit und Trittsicherheit erforderlich ist. Ab und zu geht es leicht aufwärts, zumeist jedoch im Steilhang abwärts Richtung Los Gigantes. Die ganze Zeit über bieten sich dir großartige Ausblicke auf La Gomera, den Atlantik, die Steilwände, Los Gigantes und ein wenig später auch auf die Punta de Teno, den westlichen Aussichtspunkt von Teneriffa.

Als ich dort einmal nach einem stärkeren Regen wanderte, flossen tatsächlich kleine Wasserfälle mitten über den Weg. Die machten das Wandern über die glatten Felsen nicht gerade einfacher. In solchen Fällen ist allergrößte Vorsicht geboten, um nicht ins Rutschen zu geraten. Doch nach gut einer Stunde triffst du in Los Gigantes auf einen breiten Weg, der dich nach ca. 100 Metern zur Calle Tabaiba bringt. Du bist plötzlich zurück aus der wilden Natur und befindest dich wieder mitten in Los Gigantes.

6. Alternative Wanderrouten

6.1 Tour Start in Tamaimo über Los Gigantes

Blick vom Weg über den Atlantik auf La Gomera und die Felsen der Steilküste.Du kannst die gleiche Tour wie unter 5. beschrieben auch von Tamaimo beginnen. Da du dann ein wenig höher startest und zum Abschluss von Los Gigantes nach Tamaimo hochwandern musst, wird die Tour ca. 5 Stunden dauern und über 650 Höhenmeter im Auf- und Abstieg gehen. Die Wegbeschreibung ist wie Tour 5 ab dem Eingang zum ersten Tunnel. Dorthin gelangst du von Tamaimo bergabwärts auf dem Wanderweg TF-65. Diese Tour ist auch in einigen Ausgaben des Rother Wanderführers beschrieben.

6.2 Tunneltouren ohne Steilküste

Tunneleingang, -ausgang des oberen Tunnels zwischen dem Barranco Seco und Tamaimo

Nun folgen Wanderungen durch Tunnel für den, der gerne einen Tunnel durchqueren, jedoch die ausgesetzte Steilküste vermeiden möchte. Du kannst der Wanderung 5. bis nach dem ersten Tunnel in den Barranco Seco folgen. Der Barranco Seco ist landschaftlich schön und es verirren sich wenige Wanderer hierher. Daher kannst du in Ruhe dort ein wenig auf dem Hauptweg langwandern und dir die Überreste der Ruinen der Galeria  de la Junquera ansehen. Zurück gibt es auch ohne Steilküste einige gute Wandermöglichkeiten.

6.2.1 Rückweg durch den Tunnel

Die einfachste Art ist der Rückweg durch den Tunnel. Du gehst den gleichen Weg zurück, den du gekommen bist. Auf diese Art hast du noch einmal ein Tunnelerlebnis von der anderen Seite. Je nachdem ob du nach Los Gigantes zurückgehst oder die Tour in Tamaimo beendest, benötigst du mehr oder weniger Zeit. Die ungefähren Angaben sind oben unter Punkt 3. Informationen zusammengestellt.

6.2.2 Wanderweg durch den Barranco Seco

Tunneleingang Barranco SecoBei dieser Variante folgst du der Tour 5 bis durch den Tunnel und in den Barranco Seco. Du gehst jedoch nicht durch den Tunnel zurück, sondern folgst dem Hauptweg durch den Barranco aufwärts. Dabei geht es in weiten Serpentinen steil bergauf auf den Berggrat. Nun gehst du praktisch über den Grat, unter dem du auf dem Hinweg durch den Tunnel gekommen bist. Vom Grat aus gehst du nicht weiter hoch Richtung El Molledo, sondern hältst dich abwärts Richtung Tamaimo. In weiten Serpentinen wirst du bergab auf den TF-65, den Camino Real geleitet. Dieser führt dich nach kurzer Zeit bergab unmittelbar zurück nach Tamaimo.

Diese Variante ist eine äußerst reizvolle Rundtour. Du nimmst auf diese Weise das kleine Abendteuer Tunnel mit und überwanderst einen Berggrat mit fantastischer Aussicht. Da es sich um einen Rundwanderweg handelt, ist dieser natürlich in beide Richtungen zu begehen. So kannst du genauso von Tamaimo aus auch erst hoch wandern, in den Barranco Seco hinuntergehen und dann durch den Tunnel zurückkehren.

Der Beginn des Wanderweges oberhalb von Los Gigantes (TF-65) - Camino Real

6.2.3 Doppelte Tunnel Tour ohne Steilklippen

Und wer schließlich eine doppelte Tunneltour wünscht, die Steilklippen jedoch vermeiden möchte. Ja, auch für den gibt es eine Möglichkeit. Denn neben den bislang erwähnten zwei Tunneln, gibt es im Barranco Seco noch einen dritten Tunnel. Wenn du diese Variante gehen möchtest, dann folge der Wanderung 5 bis in den Barranco Grund. Zurück geht es dann zunächst wie Tour 6.2.2 auf dem Wanderweg Richtung Berggrat/Tamaimo. An einer auffälligen Stelle mit weißen Kalkablagerungen musst du den Weg nach rechts verlassen und ein wenig den Hang hinaufkraxeln.

Dort oben findest du den Eingang zum dritten Tunnel. Dieser führt dich auf die andere Seite in den Barranco de Santiago zurück. Der Tunnel endet über einem Hang und über dem Camino Real TF-65. Von dort ist es nur ein ganz kurzer Weg zurück nach Tamaimo. Ich möchte allerdings darauf hinweisen, dass dieser Tunnel durch ein Tor auf der Seite zum Barranco de Santiago heute verschlossen ist. Wanderer scheinen ihn dennoch zu benutzen, da das Tor an einer Stelle einen Durchschlupf zulässt.

7. Wandern mit Hund

Wandern mit Hund - Pause in einer Lore im Barranco Seco.Da ich immer mit meinem Hund unterwegs bin, möchte ich gerne für andere Hundehalter an dieser Stelle einige Tipps für diese Tour geben. Mein Hund hat diese Touren oft mit mir gemacht. Klar ist, dass der Hund über eine gute Kondition verfügen muss und in den Tunneln keine Angst haben darf. Auf den Steilklippen und auf dem Weg aus dem ersten Tunnel muss er ein bisschen Klettergeschick haben.

Wenn nicht gerade absolute Trockenzeit ist, ist im Barranco Seco trotz des Namens immer genügend Wasser im Barranco oder den Wasserläufen vorhanden. Auch läuft im zweiten Tunnel ein offener Wasserkanal entlang, aus dem Wasser geschöpft werden kann. Damit ist die Wasserversorgung deines Hundes auf dieser Tour gesichert.

8. Zu guter Letzt

Ich würde mich freuen, wenn dir meine Wandertouren durch die dunklen Tunnel um den Barranco Seco gefallen haben. Schreibe mir doch von deinen Erlebnissen. Doch vorerst wünsche ich dir spannende Wanderungen und gib gut auf dich acht.

Du hast grade keine Zeit den Artikel zu lesen? Kein Problem! Ich kann dir gerne die wichtigsten Informationen als PDF per Mail zusenden (dauert 10 Sekunden).


4 Kommentare

  1. […] Heute geht es auf meiner Wandertour durch dunkle Galeria Tunnel und danach auf die Steilküste von Los Gigantes. Ich freue mich über Deine Begleitung auf Siebeninseln :-). […]

  2. […] Heute geht es auf meiner Wandertour durch dunkle Galeria Tunnel und danach auf die Steilküste von Los Gigantes. Ich freue mich über Deine Begleitung auf Siebeninseln :-). […]

  3. […] hohen steilen Felsen besteht. Durchschnitten wird sie von einzelnen Schluchten (Barrancos). Auf Siebeninseln ist eine spannende Wanderung zu finden. Es geht durch dunkle Tunnel unter den Bergen entlang. Der […]

  4. […] Kombination mit der Tunneltour möglich (Tamaimo-Barranco Seco- Los Gigantes). So kann bei Bedarf auf dem Rück- oder Hinweg der Ein- oder Ausstieg in den Barranco nicht über […]

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