Gran Canaria – Wanderung zum einsamen Strand Güi Güi

Blick von der Degollada de los Palos auf die Küste um Güi Güi

1. Wanderung zum Traumstrand Güi Güi verbindet Berge und Meer

Blick vom Weg über dem Barranco Chico auf die Küste

Die heutige Wanderung zum Strand Güi Güi zeigt dir eine ganz besondere Seite von Gran Canaria. Gran Canaria ist bei Touristen bekannt für Sonne, Strand und ausgelassenen Karneval.  So wissen viele Besucher, die in den Hotels an der Küste ihren Urlaub verbringen, nichts von der beeindruckenden Landschaft, die Gran Canaria zu bieten hat.

Oben: Wanderweg von Cuermeja bei Aldea de San Nicolás bis zur Degollada de los Palas Unten: Wanderweg von Tasártico bis zum Playa Güi Güi

Eine ganz spezielle Wanderung, bei der du Gelegenheit hast, eine faszinierende Bergwanderung mit einem ganz besonderen Strandaufenthalt zu kombinieren, bietet die Wanderung zum einsamen Strand Güi Güi. Abseits von den Menschenmassen in Maspalomas führt dich die Wanderung im westlichen Teil von Gran Canaria über steile Bergpfade und unberührte Schluchten zum abgelegenen Strand Güi Güi. Zu diesem Strand gelangst du nur auf dem Wasserweg oder auf schmalen steilen Pfaden über die Berge. Ich zeige dir hier zwei Möglichkeiten, um über die Berge zu dem abgeschiedenen Strand Güi Güi zu gelangen.

Du hast grade keine Zeit den Artikel zu lesen?Kein Problem! Ich kann dir gerne die Zusammenfassung als PDF per Mail zusenden (dauert 10 Sekunden).


2. Playa Güi Güi – ein feinsandiger Traumstrand in einer einsamen Bucht

2.1 Zwei Strände in traumhaften Buchten – Playa Güi Güi und Playa Chico

Strand von Gür Güi mit Menschen

Vorab möchte ich ein wenig über das heutige Ziel – den einsamen Sandstrand Güi Güi – erzählen. Genau genommen handelt es sich um zwei Strände, die in hohen Felsbuchten nebeneinanderliegen. Der Wanderweg endet am sogenannten großen Strand Güi Güi (Playa Grande). Gleich daneben in der Nachbarbucht liegt nördlich der nur eine Felsnase vom Güi Güi Grande getrennte Strand Güi Güi Chico. Eine Verbindung beider Strände gibt es zu Fuß nur bei Ebbe. Dann kannst du problemlos von einem zum anderen Strand hinüberwaten.

Wer jedoch den Playa Chico besucht, muss unbedingt darauf achten, dass er auch rechtzeitig wieder trockenen Fußes zurückkommen kann. Der Strand Güi Güi Chico ist mit seinen 850 Metern Länge mehr als doppelt so lang, wie der Güi Güi Grande. Beide Strände sind umgeben von über 500 Meter in den Himmel ragenden hohen Klippen. Diese spenden zu jeder Tageszeit am Rand des Strandes ein wenig Schatten. Im Winter wird häufig der Sand von den Stränden abgetragen, die dann allein mit großen Kieselsteinen bedeckt sind. Zum Frühjahr wird der Sand dann wieder angespült.

 

2.2 Playa Güi Güi damals und heute

Der Strand von Güi Güi mit Blick in Richtung zum Strand Playa Chico

Das heutige Naturschutzgebiet von Güi Güi war bereits in den 60ger und 70ger Jahren mit seinen zwei Stränden ein beliebter Ort für Hippies. Eine kleine Kolonie von Aussteigern soll hier über einen längeren Zeitraum gelebt haben. Da keinerlei Infrastruktur vorhanden war und nahezu auch heute noch nicht ist, muss bei einem längeren Verweilen alles das, was der Mensch so zum Leben braucht, herangetragen werden. Ein junges Paar erzählte mir bei meinem Aufenthalt am Playa Güi Güi vor fünf Jahren am Strand, dass sie dort gemeinsam mit vier anderen jungen Leuten einige Wochen abseits von der Welt verbringen würden. Von Zeit zu Zeit würden jeweils zwei von ihnen den Weg in die Zivilisation antreten, um auf der anderen Seite der Degollada de la Agua die benötigten Lebensmittel einzukaufen. Eine Wasserquelle gibt es im Barranco Güi Güi. Doch der Rest an Lebensmitteln muss mit Muskelkraft oder über das Wasser herangetragen werden.

Strand von Güi Güi - Playa Grande

Auch wenn auf Gran Canaria wildes Campen grundsätzlich verboten ist, werden hier am Strand doch immer wieder für kurze oder längere Zeit die Zelte aufgeschlagen. Von überall zieht es Menschen an den unberührten Strand, die zumindest eine Nacht, möglicherweise aber auch ein bisschen länger verweilen mögen. An Wochenenden oder Feiertagen ist der Strand immer noch ein beliebter Treffpunkt für junge Kanarier, die gerne für einige Stunden der Zivilisation entfliehen. Alle wissen, dass das Wildcampen nicht nur in der Bucht untersagt ist. Die Polizei, die Guardia Civil, zeigt des Öfteren mit einem Boot in der Bucht Präsens. Doch das „kleine“ Risiko mit einer hohen Geldstrafen belegt zu werden, nehmen sie anscheinend alle gerne für dieses tolle Naturerlebnis in Kauf.

2.3 Playa Güi Güi immer noch etwas Besonderes

Blick von der Degollada de los Palos auf den Atlantik mit Schiffen vor Güi Güi

Ich habe bei meinem letzten Besuch im Februar 2017 allerdings festgestellt, dass sich am Strand seit meinem letzten Aufenthalt vor 5 Jahren viel verändert hat. Damals gab es in Strandnähe ein kleines Häuschen, das eingezäunt und mit ein wenig Garten umgeben war. In den letzten Jahren sind nach und nach doch so einige Hüttenhäuser in Strandnähe dazu gekommen. Neue Wege sind entstanden. Es gibt bessere Ausschilderungen und sogar Hinweise auf ein kleines Café. Natürlich ist auch Playa Güi Güi nicht mehr der absolut einsame Strand, an dem du tagelang keine Menschen sehen wirst. Nein, es kommen jetzt täglich einige Menschen dorthin. Und in der Bucht ankern Schiffe, die von Puerto Mogán und Puerto Rico herüberkommen, um ein wenig „Einsamkeit“ von der Wasserseite zu betrachten.

Der Strand von Güi Güi mit Zelten - Güi Güi Grande

Und dennoch ist Playa Güi Güi verglichen mit den anderen überfüllten Stränden immer noch einsam und irgendwie besonders. Er ist tatsächlich die beschwerliche Wanderung dorthin wert. Wer mag, der kann in den Buchten immer noch ohne Badesachen baden. Abends wenn die Tagestouristen wieder abgewandert sind, wird es richtig ruhig. Den Blick auf Teneriffa mit dem Teide oder den Sonnenuntergang dort am Strand zu genießen, ist immer noch etwas ganz Besonderes. Das Naturschutzgebiet von Güi Güi steht unter Schutz, da das ökologisch sensible Gebiet eine große Population von geschützten Pflanzen und Vögeln beherbergt.

Güi Güi ist tatsächlich mehr als nur ein einfacher Strand. Nicht nur die Sonnenuntergänge sind fantastisch, auch das Leben scheint – zumindest für eine kurze Zeit – ein wenig freier zu sein.

3. Allgemeine Information

3.1 Wanderung: Tasártico –  Playa de Güi Güi Grande über Degollada de Aguas Sabinas

Höhenprofil Wanderweg Tasártico zum Strand von Güi Güi und zurück

Zeit: ca. 2,5 Stunden pro Weg (bei einer Stunde Aufenthalt am Strand also mindestens 6 Stunden einplanen)

Streckenlänge: ca. 9 Kilometer. Heute ist die Strecke kürzer als noch vor einigen Jahren, da es einen direkten Weg durch eine Seitenschlucht gibt. Daher ist in älteren Wanderführern noch eine Wegstrecke von mehr als 10 Kilometern angegeben.

Höhenunterschied: ca. 950 Höhenmeter im Auf- und Abstieg

Panorama - Berge, Felsen und schmale Wege

Anforderungen: Anstrengende Wanderung, da es kaum Schatten gibt. An ausreichend Wasser und ggf. Proviant für den Weg denken. Keine Einkehrmöglichkeit und auch keine Einkaufsmöglichkeit während der Wanderung oder am Strand (nur zu Beginn der Wanderung im Ort Tasártico). Kurz vor dem Strand habe ich im Februar 2017 an einer Hütte ein Schild „Café“ entdeckt. Doch an dem Tag als ich dort vorbei wanderte, schien niemand „zu Hause“ zu sein. Wanderschuhe und bei Bedarf auch Wanderstöcke unbedingt erforderlich.

Startpunkt Tasártico (235 Höhenmeter): Anfahrt

Es gibt keine Busverbindung nach Tasártico. Daher ist die Anfahrt nur mit dem Pkw möglich. Über die große Inselstraße GC-200 von Puerto Mogán nach La Aldea de San Nicolas. Bei der Degollada de Aldea führt eine kleine Straße, die GC-204, die Schlucht hinunter Richtung Meer. Ein Bus der Linie 38 (Puerto de Mogán – La Aldea de San Nicolas) fährt bis zu diesem Abzweig (Degollada de Aldea). Doch von dort sind es immer noch 7 Kilometer bis zum Ort Tasártico. Wer nicht per Autostop fahren möchte, hat mit der Busanreise daher keine wirkliche Alternative. Geparkt werden kann unterhalb des Ortes am Wegesrand des Fahrweges Camino de la Playa Del Asno (Piste). Dort ist auch der ausgeschilderte Start der Tour.

Panorama - Weg von der Degollada Aguas Sabinas zum Playa Güi Güi

Strand Playa Chico

Wer den Strand Playa Chico vom Strand Güi Güi Grande besuchen möchte, kann das bei Ebbe tun. In ungefähr 20 Minuten kannst du zum Playa Chico herüberwaten. Bitte aufpassen, dass du rechtzeitig wieder zurückkehrst. Die aktuellen Tidezeiten findest du auf der Internetseite www.tablademareas.com. Ebbe heißt auf Spanisch bajamar und Flut pleamar.

3.2 Wanderung: La Aldea de San Nicolás – Degollada de los Palos – möglich Weiterwanderung zum Playa Güi Güi

Höhenprofil von Cuermeja bei Aldea de San Nicolás bis zur Degollada de los Palos und zurück

Zeit: ca. 3,5 Stunden pro Weg von Cuermeja bei Aldea de San Nicolás bis Degollada de los Palos – zum Strand noch 2,5 Stunden länger

 

Höhenprofil Cuermeja bei Aldea de San Nicolás bis zum Strand von Güi Güi

 

Streckenlänge: knapp 7 Kilometer bis Degollada de los Palos (einfach) und ca. 10 Kilometer bis Playa Güi Güi (einfach)

Höhenunterschied: ca. 1060 Höhenmeter im Auf- und Abstieg bis Degollada de los Palos (Wanderung Cuermeja bis Degollada de los Palo), Cuermeja bis zum Strand von Güi Güi sind 793 Höhenmeter im Abstieg und 525 Höhenmeter im Aufstieg (Wanderung einfach)

Anforderungen: Anstrengende Wanderung, da es nur wenig Schatten gibt. An ausreichend Wasser und Proviant denken. Im Barranco Güi Güi Chico und auch in der Nähe des Strandes Playa Güi Güi besteht allerdings die Möglichkeit, Wasser aufzufüllen. Keine Einkehrmöglichkeit und auch keine Einkaufsmöglichkeit während der Wanderung oder am Strand (siehe oben Hinweis zum Café am Playa Güi Güi). Wanderschuhe und ggf. auch Wanderstöcke unbedingt erforderlich.

Panorama Barranco Chico

Start: Anfahrt

Mit dem Bus (Linie 101) ist es möglich vom Norden der Insel Galdár nach La Aldea de San Nicolás zu fahren. Der Bus (Linie 38) fährt von Puerto de Mogán nach La Aldea de San Nicolas. Startpunkt für den Fußmarsch wäre dann an der Hauptstraße GC-200. Doch auch von dort ist es noch ein längerer Weg bis zum eigentlichen Startpunkt unserer Wanderung in dem kleinen Weiler Cuermeja oberhalb von Aldea de San Nicolás. Daher ist wohl auch für diese Variante eine Anfahrt mit Pkw unerlässlich.

Von der Hauptstraße GC-200 in La Aldea de San Nicolás Richtung Hafen La Aldea zweigt links eine Straße Fahrtrichtung Cuermeja ab. Dort hängt auch ein Hinweis auf den Playa Güi Güi. Der Name der Straße ist Calle Subida a Cuermeja. Du folgst dieser Straße solange noch ein Fahrweg da ist. Dieser endet in dem kleinen Weiler Cuermeja. Dort beginnt auch ausgeschildert der Wanderweg zum Strand Güi Güi. Parken ist am Wegrand problemlos möglich.

3.3 Kombination beider Wanderungen zum Playa Güi Güi

Blau: Wanderweg von Tasártico zum Playa Güi Güi Orange: Wanderweg von Cuermeja bei Aldea de San Nicolás bis zum Strand von Güi Güi

Wem es um die Wanderung zum Strand Güi Güi geht, der sollte die erste Tour vom Ausgangsort Tasártico wählen, denn diese Wanderung ist mit Strandaufenthalt gut in 6 bis 7 Stunden zu schaffen. Die Variante 2 mit Start in Cuermeja ist landschaftlich sehr reizvoll, eignet sich jedoch kaum, um an einem Tag hin und her zu gehen und noch den Strand zu genießen. Der Weg dauert allein 12 Stunden. Daher ist diese Variante nur als One Way zu empfehlen. Das heißt allerdings auch, dass du die beiden Touren kombinieren kannst. Der Hinweg führt dich dann über Tour 2 und der Rückweg über die Tour 1 (oder umgekehrt). Dann musst du allerdings privat deine Anreise zum Start- und Endpunkt (Cuermeja und Tasártico) organisieren. Denn Busverbindungen gibt es nicht.

Ich selber bin von Cuermeja aus bis zum höchsten Punkt der Wanderung der Degollada de los Palos gegangen und dann wieder zurück, da der Wagen in Cuermeja stand. So habe ich mir den Heruntergang zum Strand von dieser Seite aus gespart. Da die Landschaft um die steil zum Meer abfallenden Klippen und die Schluchten einmalig ist, ist diese Wanderung durchaus auch ohne Strandaufenthalt mehr als faszinierend.

3.4 Alternativanfahrt mit dem Boot zum Strand

Wer sich die beschwerliche Wanderung über die Berge nicht zutraut und dennoch den Strand von Güi Güi besuchen möchte, der kann von Puerto Mogán und Puerto Rico aus eine Bootstour buchen. Viele Tour Anbieter fahren allerdings nur mit dem Boot am Strand vorbei oder ankern in der Bucht. Alternativ kannst du dich nach einem privaten Wassertaxi umschauen, die gerne kleine Gruppen zum Strand von Güi Güi bringen. Wer nicht wandern möchte, wird sicher in den benachbarten Hafenorten Möglichkeiten finden, auf die eine oder andere Art auf dem Wasserweg zum Strand zu gelangen.

4. Wanderung Tasártico zum Strand von Güi Güi

4.1. Wandern von Tasártico zur Degollada de Aguas Sabinas

Wanderweg von Tasártico zum Strand von Güi Güi

Wenn du deinen Pkw unterhalb des kleinen Ortes Tasártico im Barranco Tasártico Richtung Meer am Straßenrand geparkt hast, kann die Wanderung beginnen. Rechts von der Schotterpiste Camino de la Playa Del Asno geht der Wanderweg hinter einem großen mit Planen überdachten Gewächshaus steil den Hang empor. Verfehlen kannst du den Pfad nicht, da dieser gut mit einem Steinmännchen und einem Schild sowie dem Hinweis auf das Naturschutzgebiet gekennzeichnet ist.
Von der Schotterpiste bis zum Pass de Aguas Sabinas geht es gleich zu Beginn der Wanderung über 300 Höhenmeter hoch. In Tasártico hast du bereits eine Höhe von 235 Metern und steigst von dort zumeist in gleißender Sonne bis zur Degollada de Aguas Sabinas auf 547 Meter hoch.

 

Degollada Aguas Sabinas - Blick auf Tasártico

Anfänglich geht es noch moderat in einigen weiten Serpentinen um Felsen und Taleinschnitte herum. Rechts und links ragen große Felsmassive in den Himmel. Je höher du steigst, umso enger wird das Tal. Auch der Weg wird steiler und die letzten 20 Minuten bis zum Pass erfordern noch einmal ein wenig Kraft und Energie. Doch nach gut einer Stunde hast du es geschafft. Vom Sattel der Degollada de Aguas Sabinas hast du einen faszinierenden Ausblick auf die um dich aufragenden Felsmassive und den Atlantik. Zurück schaust du auf das Tal um Tasártico mit seinen großen Gewächshäusern. Ein idealer Platz für eine kleine Rast und einen fantastischen Rundumblick.

Wanderweg von Tasártico zum Playa Güi Güi. Ausgangspunkt der Wanderung hinter einer großen Bananenplantage

 

4.2 Von der Degollada de Aguas Sabinas an den Strand von Güi Güi

Von der Degollada de Aguas Sabinas herunter zum Strand von Güi Güi

Die nächsten 1,5 Stunden geht es dann nach diesem anstrengenden Aufstieg erst einmal ganz entspannt weiter. Auf einem wunderschönen Panoramaweg führt dich ein kleiner Pfad zunächst auf gleicher Höhe am Hang entlang. Der Barranco von Güi Güi breitet sich nun unter dir aus. Dann geht es in zahlreichen weiten Serpentinen ständig bergab. Der Weg verläuft weiter durch den felsigen und in den höheren Lagen eher kargen Barranco von Güi Güi Richtung Meer.

Im Grund der Schlucht wird es mit Palmengewächsen und vielen Kakteen ein wenig grüner. Dazwischen gibt es immerhin viele grüne Strauchgewächse. Bei meinem letzten Besuch im Februar 2017 summten sogar an einer Stelle ganze Bienenvölker um uns herum.

 

Weg von der Degollada Aguas Sabinas zum Strand von Güi Güi

Noch vor fünf Jahren führte der Weg unten am Hang mit einem weiten Bogen durch das Tal und lief dann erst Richtung Strand weiter. Heute gibt es einen kürzeren Weg unmittelbar herunter durch eine kleine Seitenschlucht.

Wegweiser Wanderweg Tasártico Playa Güi Güi - durch eine kleine Schlucht unmittelbar zum Strand von Güi Güi

 

Du hast grade keine Zeit den Artikel zu lesen?Kein Problem! Ich kann dir gerne die Zusammenfassung als PDF per Mail zusenden (dauert 10 Sekunden).


Weg zum Playa Güi Güi im Barranco Güi Güi

Nachdem du den Hang mit seinen zahlreichen weiten Serpentinen hinter dir gelassen hast, verläuft der Weg eine Weile gerade aus. Dann siehst du einen großen Wegweiser aus Holz, der dir den Weg zum Strand, der links vom Hauptweg abbiegt, zeigt. Von hier sind es noch 1,2 Kilometer bis zum Playa Güi Güi. Es geht eine Weile über den schmalen Weg und Felsen die Schlucht herunter. Dann passierst du die ersten einsam gelegenen Hütten. Der Salzgeruch und das Rauschen des Meeres signalisieren, dass der Strand nun nicht mehr weit ist.

Einsiedelei in Strandnähe Playa Güi Güi

 

Der letzte Teil des Weges führt dann links herum durch das Tal unmittelbar auf den Strand zu. Oben links auf den Felsen stehen die Reste von Ruinen.Schilfweg kurz vor dem Strand von Güi Güi - in der Nähe der Wasserstelle

Auf der rechten Seite befindet sich nach einem Abschnitt voller Schilf immer noch das kleine „Gehöft“, das bereits vor 5 Jahren dort stand. Die letzten Meter nach dem Haus geht es sofort recht steil auf Fels und Sand zum Strand hinunter. Du bist da und kannst dich am Strand ausruhen und zur Abkühlung ein Bad in den Wellen des Atlantiks genießen.

Ruinen am Strand von Güi Güi

5. Wanderung von Aldea de San Nicolas (Cuermeja) zur Degollada de los Palos Richtung Playa Güi Güi

5.1 Wanderung durch den Barranco von Aldea de San Nicolas (Cuermeja)

Track von Cuermeja über Aldea de San Nicolás auf die Degollada de los Palos

Unabhängig davon, ob du dich entscheidest die Wanderung vom Weiler Cuermeja als langer Weg zum Strand von Güi Güi zu machen oder ob du einfach eine herrliche Bergtour zur Degollada de los Palos unternehmen möchtest, du startest am ausgeschilderten Wanderweg nach Güi Güi im Weiler Cuermeya oberhalb von Aldea de San Nicolás.

Blau: Wanderweg von Tasártico zum Playa Güi Güi Orange: Wanderweg von Cuermeja bei Aldea de San Nicolás bis zum Strand von Güi Güi

Der kleine Ort Cuermeja liegt auf knapp 200 Höhenmetern. Du hast im ersten Abschnitt dieser Wanderung durch eine zunächst weite Schlucht ungefähr 500 Höhenmeter zu bewältigen.

Blick aus der Höhe auf Aldea de San Nicolás

Der Weg führt dich über eine Stunde zunächst auf der linken Seite der Schlucht bergauf. Ab und zu geht es ein wenig steil bergauf und dann wieder über weite Strecken recht gemächlich eben voran. Du passierst mehrere einsame Gehöfte. Einige von ihnen sind bewohnt und andere nur noch Ruinenhäuser. Um weiter Höhe zu erlangen führt der Weg teilweise in weiten Serpentinen um Seitenschluchten herum. Häufig geht es dabei durch dichtes Grün. Nach ungefähr einer guten Stunde Wanderung gelangst du an das Ende der weiten Schlucht. Nun geht es auf einem kleinen schmalen Pfad auf engen Serpentinen steil den Berg hinauf. Teilweise ist der Pfad regelrecht zugewachsen. Am frühen Morgen ist es daher sogar nass um Dich herum.

Blick vom Gipfelpass auf Teneriffa

Du wechselst nun auch zeitweise auf die rechte Seite der Schlucht. Nach 1,5 Stunden führt der Weg dich dann in einem großen Bogen über die linke Seite der Schlucht. Danach geht es über einen Panoramaweg am Bergrücken entlang auf ein kleines Höhenplateau.

In der Nähe von Cuermeja liegen in der Schlucht verteilt viele einsam gelegene Häuser

Hier auf ca. 700 Höhenmeter hast du eine fantastische Aussicht zurück auf La Aldea de San Nicolás mit den zahlreichen Bananenplantagen, den Atlantik und alle umliegenden Höhenzüge. Und am Horizont blickst du auf Teneriffa und das sich scharf abzeichnende Profil des Vulkans Teide. Ein wirklich beeindruckender Aussichtspunkt, der sich gut für eine kleine Rast, aber auch für gute Fotos eignet. Von diesem Punkt aus geht es nun erst einmal bergab.

5.2 Wanderung durch die grüne Schlucht – Barranco Chico

Weg von der Höhe in den Barranco Chico

An der Rückseite der Bergwand führt der Weg leicht bergab. Auch hier befinden sich einige leerstehende Ruinenhäuser. Wir gehen vorbei an einigen Abzweigen, die hinaus auf Berggrate führen. Der Weg zum Playa Güi Güi hält sich jedoch zunächst immer eng am Rücken der Bergwand entlang. 20 Minuten nachdem du den höchsten Punkt der Wanderung verlassen hat, führt dich eine recht steile Linkskurve direkt auf den Weg hinab in den Barranco Chico.

Gemäuer, Höhlen und rote Felsen im Barranco Chico

Es geht nun in engen Serpentinen steil hinab in den grünen Barranco.

Pferde, Palmen und viel Grün im Barranco Chico

Nach einiger Zeit siehst du vor dir grüne Weiden, Büsche und ein freundlich wirkendes Tal. Sogar Pferde und Esel weiden dort auf einer grünen Wiese. Nach ungefähr drei Stunden Wanderung erreichst du den Grund des Barrancos. Dort wechselst du auf die andere Seite der Schlucht und der Weg führt dich durch Büsche und an hohen Bäumen vorbei. Alte Steinhäuser liegen am Weg und du hörst Wasser plätschern.  Hier gibt es dicht am Wegesrand ein kleines bewohntes Gehöft und sogar ausreichend Wasser. Ein grüner paradiesisch anmutender Platz fernab von der Welt.

 5.3 Wanderung vom Barranco Chico auf die Degollada de Los Palos

Blick von der Degollada de los Palos

Wir sind nun wieder auf ca. 350 Höhenmeter hinabgestiegen. Wer also diesen Barranco bis zum Meer folgen möchte, der hat noch einen weiten Weg vor sich. Wir folgen zwar dem Verlauf des Barranco, jedoch nicht abwärts, sondern halten uns auf dem Weg auf der linken Seite des Barranco, der uns nun wieder aufwärts führt. Diese Seite der Schlucht ist geprägt durch viele kleine Seitenschluchten, die es zu überwinden gilt. Daher schlängelt sich der Weg immer an der Felsseite aufwärts um eine kleine Seitenschlucht. Immer wenn du meinst, am Ende eines Barrancos auf dem Gipfel zu stehen, wirst du feststellen, dass du eine weitere Windung zu gehen hast.

So geht es langsam weiter den Berg hinauf. Dabei genießen wir bereits faszinierende Ausblicke auf den immer noch tief unter uns liegenden Atlantik und die ihn umgebenden Felsschluchten. Doch am Ende unseres Aufstieges stehen wir auf einer Art Gipfel, der zugleich ein Passweg ist. Wir haben die Degollada de los Palos erreicht. Hier lohnt sich ein Verweilen. Hinter uns liegt der Barranco Chico und vor uns der Barranco Güi Güi. Es ist möglich ein wenig um den Gipfelfelsen herum auf die Atlantikseite zu gehen. Ein sehr schmaler Fußpfad führt dorthin. Von dort lohnt sich die Aussicht auf die Strände um Güi Güi. Hier befindest du dich auf 450 Höhenmetern. Wer von dieser Seite zum Strand von Güi Güi hinunter möchte, der wird ungefähr nach den bereits zurückgelegten 3,5 Stunden 2,5 Stunden mehr benötigen. Doch auch der, der wieder zurück nach Aldea will, hat gleichfalls noch eine gute Wanderstrecke zurückzulegen.

6. Wandern mit Hund

Dagmar ReuterDa ich immer mit Hund unterwegs bin, gebe ich an dieser Stelle gerne ein paar Tipps für Leute, die auch ihren Vierbeiner dabei haben. Voraussetzung für beide Touren ist, dass der Hund über eine gute Kondition verfügt. Auf der Tour Nr. 1 von Tasártico zum Strand von Güi Güi ist wenig Schatten und es ist kann sehr heiß werden. Da es unterwegs keine Gelegenheit gibt, Wasser zu finden oder zu kaufen, muss unbedingt genügend Wasser auch für den Hund mitgebracht werden. Erst in Strandnähe im Schilf gibt es am Wegesrand eine Möglichkeit, frisches Wasser für den Hund zu bekommen. Die Stelle kannst du nicht verfehlen, da sie unmittelbar am Wegesrand liegt. Am Strand selber hat es der Vierbeiner gut. Er kann baden oder im Schatten ausruhen.

Die Tour Nr. 2 ist länger und natürlich allein dadurch anstrengender für den Hund. Allerdings führt sie am Anfang eher durch einen schattigen Barranco, an dem es am Morgen auch schon mal an vielen Stellen feucht sein kann. Auf der anderen Seite des Höhenzuges führt der Weg durch den Barranco Chico, in dem Wasser im Bett des Barranco fließt. Dort gibt es einige Möglichkeiten, Wasser für Mensch und Hund nachzufüllen.

7. Deine Tour und Erfahrungen am Strand von Güi Güi

Da sich Wanderstrecken ändern, jeder seine eigenen Bedürfnisse hat und auch andere Erfahrungen macht, freue ich mich immer, wenn du mir von deinen Erlebnissen berichtest. So können deine Erfahrungen und Tipps am Strand von und um Güi Güi anderen Wanderern zugutekommen.

Du hättest gerne die Tracks und Höhenprofile?Kein Problem! Ich kann dir gerne die Höhenprofile und Tracks als PDF per Mail zusenden (dauert 10 Sekunden).


8 Kommentare

  1. […] würde mich sehr freuen, wenn Ihr mich auf Siebeninseln zum einsamen Strand von Güi Güi begleiten […]

  2. Liebe Dagmar,
    danke für diesen wunderbaren, interessanten und ausführlichen Bericht.
    Leider werden solche stillen Oasen auch irgendwann keine Oasen mehr sein und vom Tourismus bevölkert werden. Aber sonst würden wir sie nicht kennenlernen. Es ist so eine Sache mit dem Tourismus, eine Medaille mit zwei klaren Seiten…

    Herzliche Grüße zum Monatsbeginn,
    Anna-Lena

    1. Dagmar Reuter sagt: Antworten

      Liebe Anna-Lena, genauso ist es. Die von dir angesprochene Entwicklung konnte ich bereits ganz deutlich in den letzten 5 Jahren beobachten. Ich hoffe dennoch, dass dieser Strand auch zukünftigen Besuchern noch ein wenig in seiner Ursprünglichkeit erhalten bleibt. Liebe Grüße und viel Sonne, Dagmar

  3. Das klingt recht spannend.
    In Teneriffa war ich zweimal, sonst Fuerteventura (3), La Palma (1) und La Gomera (3).
    In La Palma und La Gomera lässt es sich trefflich wandern.
    Ich werde immer mal hier vorbeischauen 🙂

    1. Dagmar Reuter sagt: Antworten

      Viele vermuten es nicht, aber auch Gran Canaria hat im Hinterland interessante Wanderrouten und sogar einsame Strände zu bieten. Danke Gerhard fürs Vorbeischauen. Da ich die Wanderrouten sehr gründlich recherchiere, wird es hier nicht so häufig neue Blogs geben. Dann aber hoffentlich dafür umso interessantere. Wenn du magst, kannst du dich ja auf der Webseite eintragen. Dann erhältst du automatisch eine Benachrichtigung, wenn es wieder einen neuen Artikel gibt. Herzliche Grüße, Dagmar

  4. Hallo Dagmer,
    danke fürs Mitnehmen auf diese schönen Wandertouren. Ich bin gerne mitgekommen und habe mir die Landschaft angesehen und bin aufmerksam Deinem Bericht gefolgt. Das sind ja schon gewaltige Touren, wenn man die Höhenunterschiede sieht. Für mich sind das zu viele Höhenmeter. Ich werde Deine Wanderungen virtuell begleiten.
    Liebe Grüße
    Harald

    1. Dagmar Reuter sagt: Antworten

      Hallo Harald, freue mich dich hier zu „sehen“. Schön, dass dir die Touren gefallen und dass du weiter mitkommen magst. Vielleicht finde ich ja auch einmal eine Tour mit weniger Höhenmeter :-). Liebe Grüße und noch einen schönen Pfingstmontag, Dagmar

  5. […] nur über verschlungene Bergpfade zu erreichen. Wie du ihn finden kannst und alles Wissenswerte ist hier auf Siebeninseln zu […]

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