Herausfordernde Umrundung des Pico Cho Marcial

Pico Marcial und der Grat aus der Höhe

Von Güímar über den Pico Cho Marcial zur Cumbre Dorsal

Blick auf ein Felsentor vom Aufstiegsweg

Die Wanderung um den Pico Cho Marcial, die über der Ortschaft Güímar startet, ist eine recht anstrengende Wanderung mit kleinen Klettereinlagen. Sie ist daher wirklich nicht für jedermann geeignet. Du benötigst eine sehr gute Kondition und absolute Trittsicherheit sowie Schwindelfreiheit. Doch wer darüber verfügt, der wird sich an dieser außergewöhnlichen abwechslungsreichen Wandertour sehr erfreuen. 

Blick vom Wanderweg auf der Cumbre Dorsal von Teneriffa auf den Teide

Güímar mit seinen etwas über 20.000 Einwohnern ist bekannt durch seine Pyramiden, die eine ganze Zeit lang als Bauwerke der Guanchen bezeichnet wurden oder sogar von Außerirdischen herrühren sollten. Tatsächlich stammen diese jedoch aus dem 19. Jahrhundert. Touristen kommen dennoch, um zu schauen. Wanderer kennen Güímar durch die fantastische Tunnelwanderung Ventanas de Güímar. Doch die heutige Wanderung führt dich viel weiter hoch hinauf in die Höhen von Teneriffa bis zur Cumbre Dorsal. 

Abstiegsweg Richtung Güimar

Pico Cho Marcial, Cumbre Dorsal und der Vulkan von Arafo

Du startest diese Wanderung auf etwas 1.100 Höhenmetern über Güímar und erreichst bei knapp 2.000 Höhenmetern den Pico Cho Marcial. Bis dahin ist es zunächst ein steiler Aufstieg durch den Wald. Später geht es dann in felsigem Gebiet mit kleinen Klettereinlagen gerade steil bergauf. Bereits vom Pico Cho Marcial hast du herrliche Ausblicke. Doch der Aufstieg ist noch lange nicht zu Ende. Am Berggrat geht es weiter bergauf bis du auf ca. 2280 Höhenmetern den höchsten Punkt der Wanderung auf dem Höhenrücken von Teneriffa, der Cumbre Dorsal, erreicht hast.

Blick vom Aufstiegsweg auf das Felsenmassiv um den Pico Cho Marcial

Von dort geht es schließlich bergab zum Mirador de La Crucita. Unmittelbar am Mirador triffst du auf den Pilgerweg hinunter Richtung Güímar. Auf dem Rückweg erwartet dich ein weiteres Highlight. Wenn du die Caldera de Pedro Gil durchquerst, kommst du am Vulkan von Arafo vorbei. Dieser Vulkan Montaña de Las Arenitas brach 1705 aus, wobei seine Rauchwolken eine Länge von 12 Kilometern erreicht haben sollen. Du wanderst an zwei Seiten um den Vulkan herum, bevor du schließlich – und wahrscheinlich ein wenig müde – zurück am Ausgangspunkt sein wirst.

Track Pico Cho Marcial vom Osten gesehen

Allgemeine Informationen zur Rundwanderung um den Pico Cho Marcial

Start und Ende der Rundtour Pico Cho Marcial

Startpunkt und Anfahrt

Du startest diese Wanderung an einer kleinen Straße hoch über Güímar auf ca. 1100 Höhenmetern.

Die Koordinaten sind: 28.195405, 16.273920.

Hier ist der Weiterweg geradeaus durch eine Schranke gesperrt und links geht ein breiter Waldweg ab. 

Anfahrt mit dem Pkw

Nach Güímar kommst du auf der TF-1 und fährst die Abfahrt 22 ab. Zunächst fährst du auf der TF-61 durch Güímar und hältst dich ab der Kirche Iglesia de San Pedro immer bergaufwärts. Eine genaue Wegbeschreibung ist an dieser Stelle nicht möglich, aber mit den Koordinaten solltest du den Weg finden. Du fährst zum Ausgangspunkt der Wanderung über eine schmale Asphaltstraße. Diese führt den Serpentinen steil bergauf. Schließlich kommst du an eine Stelle, an der der Weiterweg geradeaus durch eine Schranke gesperrt ist. Hier kannst du am Straßenrand parken.

Anfahrt mit dem Bus

Die Titsa Buslinien 111, 120, 121 und 128 halten in Güímar. Nähere Informationen findest du auf der Titsa Homepage.  Doch wenn du hier aussteigt, hast du weitere 4 Kilometer zu Fuß bergauf und bergab zu wandern. Das könnte für diese lange Wanderung sehr schwer zu bewältigen sein. Möglicherweise ist ohne eigenes Auto ein Taxi eine gute Lösung. 

Zeit

Ich gebe ungern allgemeine Zeitangaben für Wandertouren, da die Zeiten doch sehr individuell sind. Wir haben für diese Tour mit einer ausführlichen Gipfelrast 6,5 Stunden benötigt. Diese Wanderung sind wir allerdings in einem recht flotten Tempo gegangen, so dass du eventuell ruhig ein wenig mehr Zeit einplanen solltest.

Höhenprofil Pico Cho Marcial

Höhenunterschied und Streckenlänge 

Die Höhendifferenz beträgt ca. 1.200 Meter und ein bisschen mehr brutto. Die Streckenlänge beträgt ca. 14 Kilometer (falls du von Güímar hoch gehen solltest sind es 22 Kilometer). 

Kennzeichnung Pilgerweg

Anforderung

Eine sehr schwere Tour mit kleinen Klettereinlagen, die wirklich nicht für jeden geeignet ist. Du musst über eine sehr gute Kondition verfügen. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind absolute Voraussetzungen. Diese Angaben gelten für den Aufstieg zum Pico Cho Marcial. Der Rückweg auf den Pilgerweg ist als einfach zu bezeichnen.

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Einkehr

Restaurants, Bars und Geschäfte gibt es auf dem gesamten Weg nicht. Daher ausreichend Wasser und ggf. Verpflegung mitnehmen.

Circular Pico Cho Marcial (blau), Aguamansa - Crucita (rot), Organos (grün), Caldera - Montaña Limon (gelb)

Varianten

Diese Tour lässt sich zunächst ein wenig verkürzen und verlängern. Verlängern geht u. a., indem du in Güímar startest und so weitere 8 Kilometer zu gehen hast. Verkürzen kannst du, indem du nur den Aufstieg machst und dich oben von Freunden oder mit dem Taxi abholen lässt. Einfacher ist der Pilgerweg am imposanten Vulkan von Arafo vorbei. Wenn du dir den steilen Aufstieg mit Kletterei zum Pico Cho Marcial ersparen willst, kannst du auch den Rückweg als Hinweg wählen und dort – nach Belieben auf und/oder ab gehen. Diese Tour lässt sich auch aller bestens mit der Fortsetzung des Pilgerweges von Aguamansa bis zum Mirador La Crucita kombinieren.  Die Wanderung werde ich hier demnächst auch noch auf Siebeninseln einstellen.

Wenn du die gesamte Runde gehen möchtest, kann ich nur empfehlen, diese auch links herum zu gehen. Dann hast du zunächst den beschwerlichen Aufstieg und danach den leichten Abstiegsweg. Außerdem kann ich mir den Abstieg vom Pico Cho Marcial weitaus schwerer als den Aufstieg vorstellen, da auch der Weg nicht immer einfach zu finden ist.

Track Pico Cho Marcial von Nordwesten aus gesehen

Rundwanderung um den Pico Cho Marcial

Streckenabschnitt Ausgangspunkt über Güímar bis Grat unterhalb des Pico Cho Marcial

Du startest deine Wanderung am oben beschriebenen Ausgangsort vor der Schranke. Durch die Schranke kommst du auf deinem Rückweg. Jetzt hältst du dich links herum auf dem Waldweg. Dabei überquerst du zunächst den Barranco de Valle. Danach geht es weiter auf dem breiten Waldweg durch den Kiefernwald bergauf. Kurz bevor du den Barranco Tamay erreichst, führt dich ein Weg nach rechts steil in den Wald hoch. Du gelangst auf einen Berggrat über dem Barranco de Valle. Von hier folgst du diesem Gratweg, der dich steil in die Höhe führt.

Wanderer beim Aufstieg auf den Pico Cho Marcial

Hoch über dir siehst du bereits das gewaltige Felsenmassiv um den Pico Cho Marcial. Auf der anderen Seite des Barranco de Valle genießt du auch den Blick auf gewaltige Felsen sowie auf ein großes Felsentor. Wenn du auf mein Track Bild schaust, ist es an dieser Stelle nicht ganz korrekt. Das JPS hat eine „Abkürzung“ genommen. Es sieht so aus, als wenn du quer durch den Barranco wanderst. Tatsächlich führt der Weg aber immer weiter am Grat entlang. Also insgesamt ein wenig größerer Bogen als auf dem Track Bild zu sehen. Bereits hier hast du die schönsten Ausblicke zurück auf Güímar und hoch zum Felsenmassiv um den Pico Cho Marcial.

Aufstiegsweg - im Hintergrund das Felsenmassiv um den Pico Cho Marcial

Streckenabschnitt Grat unterhalb bis Gipfel des Pico Cho Marcial

Irgendwann lichtet sich der Wald auf dem Gratweg mehr und mehr. Du gehst durch eine Senke. Eine kurze Zeit gehst du noch im Wald auf sehr steilen Serpentinenwegen hoch. Dann bist du aus dem Wald heraus und um dich herum befindet sich eine karge Felsenlandschaft. Ab hier geht es noch steiler auf sehr schmalen Pfaden empor. Ab und zu ist auch kein Weg mehr zu sehen. Ein wenig orientieren kannst du dich an den Steinmännchen, auf die du von Zeit zu Zeit triffst. Da du dich mehr oder minder auf einem Grat befindest, ist der Weg nach oben insoweit klar.

Steiler Aufstieg auf die Felsen vor dem Pico Cho Marcial

Teilweise triffst du auf einen richtigen kleinen Pfad, an anderen Stellen gehst du weglos über loses Geröll, Steine, und Felsen. Achte darauf, ob die Steine und Felsen, an denen du dich festhältst, fest sind und dich wirklich halten. Es wird anstrengend. Doch über dir siehst du bereits den Pico Cho Marcial. Doch bevor du diesen erreichst, gelangst du erst einmal auf einen kleinen Vorgipfel. Hier sind Steine zu einer Wand aufgestapelt. Möglicherweise eine kleine Schutzwand. Und natürlich hast du von hier eine fantastische Aussicht. Von diesem Gipfel folgst du weiter dem Grat. Erst verläuft der kleine Pfad fast auf gleicher Höhe. Danach gehst du eine Weile bergab und durchquest eine größere Rinne. Auf der anderen Seite der Rinne beginnt dann der erst der eigentliche Aufstieg zum Pico Cho Marcial. Teilweise unwegsam, teilweise auf kleinen Pfaden und anhand von Steinmännchen wirst du den Weg zum Gipfel auf ca. 2.000 Höhenmetern finden.

Pico Cho Marcial aus der Höhe

Streckenabschnitt Gipfel Pico Cho Marcial bis Mirador La Crucita

Auf dem außergewöhnlichen geformten Gipfel des Pico Cho Marcial kannst du die Aussicht wirklich in alle Himmelsrichtungen genießen. Beeindruckend der Blick hinunter in die Caldera Pedro Gil mit dem Vulkan von Arafo. Nach einer kleinen Gipfelrast kannst du dich weiter am Grat entlang an den Abstieg vom Pico Cho Marcial machen. Zunächst verläuft der Pfad recht dicht am Grat entlang hinunter. Dann bringt dich der Weg an der Hangseite weiter am Felsenmassiv hinunter. Du durchquerst in einer kleinen Senke ein Wäldchen und hast bis dort vielleicht 50-80 Höhenmeter verloren. Doch danach geht der steile Aufstieg weiter.

Vulkan Montaña de los Arenitas vom Pico Cho Marcial

Du folgst immer weiter dem steinigen Gratweg in die Höhe. Teilweise kommt dir möglicherweise der Anstieg endlos vor. Doch auf ca. 2.200 Höhenmetern hast du es dann geschafft. Du gelangst auf einen breiten Fahrweg, der dich hoch über der TF-24 auf der Cumbre Dorsal von Teneriffa entlangführt. Von hier an geht es mehr oder minder bergab. Auf dem Berggrat geht es parallel zur Straße und später in steilen gerölligen Serpentinen hinab in Richtung der TF-24. Knapp auf 2.000 Höhenmetern kommst du unmittelbar vor dem Mirador de La Crucita heraus. Hier gelangst du auf den Pilgerweg vom Orotava Tal nach Candelaria.

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Blick vom Gratweg auf die Cumbre Dorsal von Teneriffa

Streckenabschnitt Mirador La Crucita bis Vulkan Arafo, Montaña de Las Arenitas

Der Rückweg auf dem Pilgerweg vom Mirador La Crucita ist im Vergleich zum Aufstieg ein „Spaziergang im Park“. Auf breiten oder zumindest gut ausgebauten Wanderwegen wanderst du Richtung Güímar bergab. Ab und zu kreuzt der Wanderweg Pisten. Dann setzt sich der mit einem weißen Zeichen für Pilger gekennzeichnete Weg auf der anderen Seite der Piste fort. Häufig sind Stufen in den Weg eingearbeitet. So verlierst du schnell an Höhe. Lange wanderst du durch Waldgebiet. 

Wanderer auf dem Pilgerweg nahe Mirador Crucita (Abstieg in Richtung Güimar)

Doch wenn du dich dem Vulkan von Arafo, der Montaña de Las Arenitas näherst, kommst du aus dem Wald heraus. Langsam geht der Waldweg dann in eine Vulkanlandschaft über. Rechts neben dir erhebt sich dunkel der Vulkan und dahinter siehst du in der Höhe noch einmal das Felsenmassiv mit dem Pico Cho Marcial. Er scheint so hoch über dir zu sein, dass es kaum vorstellbar ist, dass du noch vor kurzer Zeit auf dem Gipfel gesessen bist. Jetzt hingegen wanderst du durch weit unterhalb der hohen Gipfel durch eine karge Vulkanlandschaft.

Pico Cho Marcial und umgebendes Massiv aus der Sicht vom Abstiegsweg

Streckenabschnitt Vulkan Arafo, Montaña de Las Arenitas bis Ausgangspunkt

Eine ganze Zeit lang wanderst du auf dem ausgezeichneten (in doppelter Hinsicht) Pilgerweg weiter bergab. Doch pass auf. Bevor du in Güímar landest, musst du dich unterhalb des Vulkans rechts herum halten. Du verlässt den Pilgerweg und gehst auf einem breiten Fahrweg unterhalb des Vulkans entlang. Der Wanderweg verläuft in weiten Bögen am Hang des Vulkans zunächst über Lavagestein und schwarzen Sand entlang.

Wanderer auf dem Abstiegsweg am Vulkan Montaña de las Arenitas

Dann kommst du wieder in den Wald und überquerst einen kleinen Bergrücken. Oberhalb des Barranco de Valle wendet sich der Weg nach links abwärts in den Wald. Nun ist es nur noch ein kurzes Stück bis zum Ausgangspunkt, an dem dein Auto bereits auf dich wartet.

Blick zurück vom Aufstiegsweg in Richtung Güimar (hier leider bei Calima)

Und zum Schluss

Ich hoffe, dass dir diese aufregende Wanderung um den Pico de Marcial gut gefallen hat. Der Aufstieg ist mehr als anstrengend, während der Abstiegsweg wirklich leicht ist. Falls du tatsächlich die gesamte Runde wandern möchtest, kann ich dir nur empfehlen diese auch links herum zu gehen. Denn der Abstieg über den Pico de Marcial dürfte weitaus schwerer als der Aufstieg sein. Ich wünsche dir viel Freude bei allen deinen Wanderungen,

Dagmar von Siebeninseln 

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